Matipu

Die Matipu gehören zu den kleineren, aber kulturell hochbedeutenden Völkern des Oberen Xingu. Sie leben im südlichen Teil des Parque Indígena do Xingu in Mato Grosso und sind eng mit den anderen Karib‑Gruppen des Xingu – Kuikuro, Kalapalo und Nahukuá – verbunden. Diese Nähe zeigt sich in Sprache, Ritualen, Austauschbeziehungen und einer gemeinsamen kosmologischen Ordnung.

Ritualmaske der Matipu (Mato Grosso/Brasilien) aus Kürbis

Die Matipu im kulturellen Gefüge des Oberen Xingu

Die Matipu sind Teil eines komplexen Netzwerks von Dörfern, das durch Heiraten, Handel und gemeinsame Zeremonien miteinander verbunden ist. Dieses Netzwerk bildet den sogenannten Alto Xingu, eine Region, in der verschiedene ethnische Gruppen trotz unterschiedlicher Sprachen ein gemeinsames kulturelles System teilen. Dazu gehören:

  • eine ähnliche Dorfarchitektur mit zentralem Platz
  • ein gemeinsamer ritueller Kalender
  • verwandte Musik‑ und Tanztraditionen
  • ein ausgeprägtes System sozialer Rollen und ritueller Spezialisten

Die Matipu selbst sind zahlenmäßig klein (unter 200 Personen), aber ihre rituelle Expertise und ihre Rolle im interethnischen Austausch machen sie zu einem wichtigen Bestandteil des Xingu‑Kosmos.

Rituale der Matipu

Quarup – das große Totenritual

Eines der bedeutendsten Rituale, an dem die Matipu teilnehmen, ist das Quarup, ein mehrtägiges Totenfest, das von mehreren Xingu‑Völkern gemeinsam durchgeführt wird. Dabei werden bemalte Baumstämme als Repräsentationen der Verstorbenen aufgestellt, um sie zu ehren und ihre Präsenz im Dorf zu aktualisieren. Die Matipu gehören zu den Gruppen, die aktiv an diesem Ritual teilnehmen und es mitgestalten.

Das Quarup verbindet:

  • Trauerarbeit und kollektives Gedenken
  • rituelle Tänze und Gesänge
  • Körperbemalung mit Pflanzenfarben
  • Austausch von Nahrung, Geschenken und rituellen Gütern

Intergesellschaftliche Tänze und Maskenrituale

Wie andere Karib‑Gruppen des Xingu praktizieren die Matipu rituelle Tänze, die oft mit Masken, Flötenensembles und präzisen Choreografien verbunden sind. Diese Tänze stellen mythologische Figuren, Ahnen oder Naturkräfte dar und dienen der Erneuerung der kosmischen Ordnung.

Heilpflanzen, Ernährung und Botanik

Die Matipu verfügen über ein tiefes Wissen über Pflanzen, das sowohl im Alltag als auch in Ritualen eine zentrale Rolle spielt. Dazu gehören:

  • Heilpflanzen für Wunden, Fieber, Entzündungen und spirituelle Reinigung
  • Pflanzenfarben wie Jenipapo (schwarz) und Urucum (rot) für Körperbemalung
  • Nutzpflanzen wie Maniok, Mais und Früchte, die in rituellen Speisen verwendet werden
  • Hölzer und Fasern für Masken, Instrumente und rituelle Objekte

Dieses Wissen ist nicht nur funktional, sondern tief in der Kosmologie verankert: Pflanzen gelten als Wesen mit eigener Geschichte, Kraft und Beziehung zu Menschen und Geistern.

Die Verbindung zwischen Ritual und Botanik

In der Welt der Matipu sind Pflanzen nicht nur Ressourcen, sondern Akteure. Sie strukturieren Rituale, markieren Übergänge und verkörpern Beziehungen zwischen Menschen, Ahnen und Landschaften.

Pflanzen als rituelle Medien

  • Jenipapo: Schutz, Schönheit, spirituelle Kraft
  • Urucum: Vitalität, Wärme, Verbindung zu Ahnen
  • Heilige Hölzer: Grundlage für Flöten, Masken und Trommeln
  • Medizinische Pflanzen: Reinigung vor rituellen Tänzen

Pflanzen als soziale Bindeglieder

Der Austausch von Pflanzenprodukten – Maniokmehl, Fischgewürze, Farbstoffe – ist Teil des interethnischen Netzwerks des Xingu. Die Matipu sind in dieses System eingebettet und tragen durch ihr Wissen zur Vielfalt des kulturellen Austauschs bei.

As remedies, the Matipu use knamissuá plants to heal cuts (grated, pounded and placed on the wound). Titirrerré is used for diarrhoea (cooked and ingested). Uhite, meanwhile, a plant that grows on the shores of the lake, is considered the ‚Indian viagra‘: “used for men to be healthy.” They also possess remedies made from roots such as husago, which is used to strengthen the skin immediately after scarification. There are also a series of herbs and emetics given to adolescents during reclusion to ‘become strong.’ We can also note the combination of native remedies with the drugs employed by non-indigenous medicine.

Quelle: Matipu – Indigenous Peoples in Brazil

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